Ab in den Kurz-Urlaub ---Slowenien---

Es ist jetzt der 10.10.10. Allein das Datum lässt diesen Tag für mich nicht in Vergessenheit geraten. Ich sitze bei 24 Grad Lufttemperatur an der Adria bei wolkenlosem Himmel, warmer Sonne und immerhin 20 Grad warmen Wasser. Es ist ein Urlaubstag, wie zu sein hat. Jedoch ist es für mich ein besonderer Urlaub. Es handelt sich nicht um eine Pauschalreise, sondern es ist Urlaub, den ich mir selbst erflogen habe.

 

Davon habe ich immer geträumt: Die Tasche packen, in einen Flieger steigen, und ganz alleine selbst weit weg zu fliegen.

 

Aber das geht leider nicht „einfach mal so“.

 

Die Geschichte Permission Number

Um mit einem UL in den slowenischen Luftraum einfliegen zu können, benötigt man seit einem Jahr eine „Permission-Number“. Ein Flugplan ohne diese Nummer wird abgewiesen. Die Nummer ist bei „sonstiges“ im Flugplan einzutragen.

Sowenia-Controll in Ljubljana fordert mehrere Unterlagen an. Wenn alle dort eingegangen sind – entweder als Kopie per Post oder per Mail – werden diese geprüft und die Nummer wird zugeteilt.

Folgende Unterlagen werden verlangt:

-         Zulassung Luftsprtgerät

-         Linzens

-         Funkzeugnis

-         Lärmschutzzeugnis

-         Unterlagen zum Funkgerät

-         Europäischer Versicherungsnachweis   

-         Statement vom Piloten

-         Eigene Erklärung, dass man Kenntnis der Landesflugregeln hat

 

Es war schon ein reger Mailverkehr, bis ich dann endlich diese Nummer bekam.

 

Samstag 09.Oktober 2010.

Nun war es soweit. Die üblichen Vorabflug-Kontrollen, Tank ist dreiviertel voll – müsste reichen, Reifen in Ordnung und alle Sachen sind eingeladen. Sicherheitshalber kippe ich noch etwas in den Tank, damit auch wirklich die vollen 80 Liter drin sind. Für alle Fälle ist zusätzliches Werkzeug zum Reifenwechseln und zusätzlich noch Reserve-Öl dabei. Auch warme Decken, ein Schlafsack, Wasserflaschen, ein Notsauerstoffgerät und Verbandzeug gehören heute zur Bordausrüstung, denn es geht quer durch die Alpen, man kann ja nie wissen. Es ist erstaunlich, wie viel ich mitnehmen kann, wenn ich alleine unterwegs bin. Die Remos GX, die wie bei allen meinen anderen Ausflügen mich sicher überall hingebracht hat, wird auch diese Reise mein Ausflugs-Gerät.

Start um 09:26 Uhr Ortszeit vom Heimatflugplatz Strausberg bei Berlin. Es ist sonnig aber dunstig, kalt, leichter Wind aus Ost und die Sicht ist schlecht. Etwas weiter kann ich oberhalb 2500 ft steigen, nun ist die Sicht hervorragend. Der Kurs ist fast genau 180 Grad, schwer, sich für eine Halbkreisflughöhe zu entscheiden. Ich bleibe auf 3500 ft. Im Elbe-Elster Gebiet südliches (Brandenburger Land), wo immer noch Überschwemmungen sind, halten sich noch weitläufige Nebelfelder. Schätzungsweise 100 bis 200 ft dick und mehrere Kilometer in der Ausdehnung. Es sieht unheimlich aus: Einige stillstehende Windräder schauen aus dem Nebel heraus und werfen gespenstische Schatten ins Weiße. Ich konnte aber sehen, dass Richtung Horizont andere Farben als nur weiß zu sehen waren. In diesen feuchten Regionen war mit Nebel zu rechnen. Kurz Bremen Tschüss sagen, auf Dresden-Turm schalten, denn nun gibt es kurz Sightseeing. Der Flughafen wird gekreuzt von Nord nach Süd. Den landenden Airbus 310 sollte ich „in Sicht melden“. Dann kam „Klar zum Direkt kreuzen“. Die Dresdener Altstadt ist schön zu sehen, liegt ja schließlich auf dem Weg. Kurzer Rückblick: Bei einem ähnlichen Kreuzen des Anfluges im Luftraum Berlin-Tegel sagte mal ein Pilot eines anfliegenden Airliners über Funk zu mir: „Bis Sie da sind, wo wir jetzt sind, sind wir schon ausgestiegen“.

Nun also Abschied von Dresden, das ganze Erzgebirge wird rechts sichtbar. Ich schalte schon mal auf Praha Information, um da etwas reinzuhören. Bis 31.12.2010 ist es ja erlaubt, nach Tschechien einzufliegen, auch ohne Flugplan.

Ich lausche ein wenig dem Funk und ich frage mich, ob das wirklich Englisch ist, was ich da höre. Es ist Englisch, aber Tschechisches Englisch. Was nun? Ich könnte das Land umfliegen, aber der Umweg wäre zu groß. Also gut, kurz Räuspern, Finger auf die Sprechtaste und ich erkläre mein Anliegen. Ich habe zuerst nur verstanden, dass ich meinen Transponder-Code beibehalten darf. Den Rest nicht. Ich sagte: Please say agan, Please Speak slower and clearer. 

………………………

So, alles klar jetzt.

Inzwischen hatte sich der Gegenwind in der Höhe verstärkt. Ich flog mit 190 km/h, aber über Grund kam ich mit nur 130 bis 140 km/h vorwärts. Und das hier. Hoffentlich spricht mich keiner an. Oh, je.. dann wieder diese Stimme mit meinem Kennzeichen. Ich meldete mich. Der Herr meinte es aber gut, denn er wollte mir nur die ganzen Sperrgebiete durchgeben, welche aktiv sind und welche nicht, soviel habe ich verstanden. Ich hatte meine Flugroute aber so gewählt, dass ich durch keines durch muss, was nur zwei kleine Kursänderungen von ein paar Grad zur Folge hatte. Ich sagte einfach: „…GX, roger, thank you.“ Und ich fügte hinzu: „…dont need more traffic informations“

Einmal kam die Stimme später dann doch noch mal: „….GX please contact Wien Information“. Gern, dachte ich sofort.

Nun konnte ich, obwohl die Alpen noch 100 bis 200 km weg waren, diese schon sehen. Ich war beeindruckt, noch über Tschechien und schon Alpensicht. Ich hatte noch nie so tolle Sicht erlebt. Aber sie kamen scheinbar nicht näher, nur ganz schleichend. Ich flog nun in 4500 ft, der Gegenwind schwächte sich etwas ab. Nun war die schöne Donau zu sehen, die Alpen kamen näher und schließlich ging es ganz schnell: Die ersten Berge waren in unmittelbarer Nähe. Der Traunstein mit See links unten, das Dachsteingebirge mit 10.000 ft Höhe rechts oben. Das ist das Schöne am Alleine-Fliegen: Ich kann links und rechts die Aussicht genießen und auch ungestört fotographieren.

Auf direktem Kurs fliegt die Remos wie von alleine in die Hochalpen ein. Die Flughöhe ist jetzt 8.000 ft. Es ist wie großes Kino: Links und rechts bewegen sich ganz majestätisch die Gipfel der Tauern langsam vorbei. Keine einzige Wolke, die Luft ist völlig ruhig, ich sitze wie im Wohnzimmersessel. Wind 0km/h. So schön habe ich es hier noch nie erlebt. Die ganze Vorbereitung mit den Alpenpässen hätte ich mir sparen können.

----Ich erinnere mich an frühere Alpendurchquerungen, wo der geflogene Track keine direkte Linie war, sondern eher dem Aussehen einer Alpenstraße glich.

Mann kann die Alpen auf diesem Wege auch bei bewölktem Himmel durchqueren, 4000 ft sind ausreichend – nur an zwei Stellen benötigt man mindestens 6000 ft: Bis heran an die Hochalpen kommt man durch die Täler entlang und auch wieder gut heraus, falls man es sich anderes überlegt. Ab Salzburg kann man auch die Autobahn entlang fliegen, aber auch die verschwindet dann im Tunnel. Die niedrigste Stelle am Hauptalpenkamm sind hier zwei Pässe, der Pass beim Ort Obertauern (5.700 ft) und dann weiter südlich der Katschbergpass (5.300 ft). Da der Grund bzw das Gelände vor und hinter dem Pass bei Obertauern „gemächlich“ ansteigt und abfällt, ist der Pass auch nicht immer gleich bei bedecktem Himmel in Wolken gehüllt.  Anders bei Pässen mit steilem Abhang beidseitig, hier treffen die Wolken oft direkt auf den Pass und haben Gelegenheit mehr, mit dem Gelände mitzusteigen.

Zwischen beiden Pässen befindet sich der am höchsten liegende Flugplatz der Alpen, der Platz Mauterndorf. Es ist ein Grassplatz mit 800m Piste und er liegt in einer Höhe von 3.800 ft.

 

Flugplatzinfos und Umgebung

 

Flugplatz Infos Mauterndorf

Kennung: LOSM

Piste: 700m Grass, Ausrichtung ßßß

Luftraum: G

Frequenz:  122,85

Lage: 5km westlich Tamsweg

Höhe: 3.642 Fuss

Sonstiges: nur große Platzrunde 4.300 Fuss, südlich um einen Berg herum

Gastronomie: Lokal in Mauterndorf, 1 bis 2km

Service: oft PPR, Vorbereitungsraum, Benzin

……………………………..

Ein Taxi nach Salzburg kostet ca. 100 Eurowarumich das erwähne? Aus zwei Gründen: Zum einen hat Salzburg architektonisch viel zu bieten. Und zum Anderen kann im Hochsommer bei 30 Grad die Fahrt im Taxi zum Flughafen Salzburg für 3 Piloten zur Pflichtreise werden, während der 4. Pilot versucht, die Chessna vom hochgelegenden Grassplatz wieder zu starten, um seine 3 Mitflieger in Salzburg (1400 MSL)  wieder einzusammeln. Das kommt jedes Jahr vor, so der Flugplatzbetreiber Mauterndorf.

 

10 Meilen nördlich stelle ich den Motor in Lehrlauf, schließe die Ölklappe und verabschiede mich von Wien Information, nachdem ich noch ein QNH kriege.

Ich habe über 4000 ft Höhe abzubauen. Wegen der Berge ist jetzt sowieso kein Funkkontakt möglich. Einen Moment nehme ich das Heatseet ab. Das Flattern des Motors, das leise Rauschen und die Berge, die nun scheinbar wachsen, da ich sinke. So viele Eindrücke und auch jetzt Zeit, diese zu genießen.

Funkkontakt kriege ich erst bei Sichtkontakt zum Flugplatz – oder besser zu dem Tal, wo der Platz liegt. Ich kann direkt die 27 anfliegen. Es kommt einigermaßen mit dem Abbau der Höhe hin. Ich drehe nach einer Rechtskurve in den langen Endanflug ein. Der Platz ist noch nicht zu erkennen, ich weiß aber, dass er da irgentwo ist. Die weit ausgedehnte Platzrunde führt übrigens um einen Berg herum. Das Gelände ist vor dem Platz höher und fällt zur Piste hin ab, dass kann irritieren. Anflug - 1000 ft über Platzhöhe, aber 500 ft über Grund.

Nun ist die Grasspiste in Sicht, wirklich schwer zu erkennen. (siehe Bild)

Um 13:36 Uhr Ortszeit nimmt das Fahrwerk der Remos den Grassboden an sich. Das wurde auch wirklich Zeit, denn die Remos hat keine Bordtoilette. Wegen dem Gegenwind hat der Flug nun 4 Stunden und 10min gedauert und war damit mein längster Flug bisher. Es macht sich immer gut, mit wirklich vollem Tank loszufliegen – das dachte ich schon eine Stunde vor der Landung…

Volltanken… es waren noch 10 Liter im Tank. Die tanken alle Super Plus hier, weil das Benzin hier in den Bergen für den Motor wesentlich besser sein soll. Also mache ich das auch.

Hier mache ein etwa eine Stunde Pause, es ist herbstlich kalt, die Sonne scheint und es viel gelbes Laub an den Bäumen. Ich sitze neben dem Flieger auf meiner Decke und über mein Notebook logge ich mich bei dem Portal der DSF ein und gebe einen Flugplan via Internet auf. Ich entschließe ich, mittels Flugplan bis Postojna (LJPO) zu fliegen. Das ist ein Grasplatz in Slowenien am Fuße der Südalpen mit ca. 800m Piste in Nord-Süd-Ausrichtung. Von dort sind es nur noch ca. 50km bis zum Ziel. Warum nicht gleich bis zum Ziel? Flughafen Portoroz ist eine Kontrollzone, ein stark frequentierter Platz, Luftraum C beginnt schon vor den Meldepunkten ab 1000ft über Grund und ich bin immerhin im ehemaligen Jugoslawien. Ich dachte daher mir, es besteht ja immer die Möglichkeit, dass ein UL-Flugzeug aus dem tiefsten Nordosten Deutschlands, und dann noch mit einer Frau als einziges Besatzungsmitglied, einfach mal abgewiesen werden könnte. Dann müsste ich in der Luft „mich selbst zur Beratung zurückziehen“ und den Flugplan ändern. Das wollte ich nicht. Ich hatte recht wenig praktische Erfahrungen mit Kontrollzonen im Ausland. In Postojna, einem unkontrollierten Platz, konnte und durfte ich auf jeden Fall landen. (Von dort wären es ja immerhin nur noch 50km mit einem Mietwagen bis ans Meer)

Um Punkt 15:00 Uhr starte ich in die Richtung, aus der ich gelandet bin, denn es war windstill. Nach ein paar Minuten war „Wien Information“ zu hören, ich meldete mich an „Remos GX via Flight Plan….usw“ Ich nahm Kurs auf das Dreiländereck Österreich-Italien-Slowenien. Dort in der Nähe – bereits in Slowenien - ist der „Werschetzpass“, dort auch „Vrsic“ genannt. Er hat eine Höhe von „nur“ 5.285 ft und er ist die einzige Hoffung über die weiteren Aplen zu kommen, wenn mal alles bedeckt ist. Man kann natürlich auch, da man bereits  in den Südalpen ist, über Umwege nahe Ljubljana nach Slowenien einfliegen, wo die Berge deutlich niedriger sind. Ich bin aber immer noch auf der durchgehenden in den Karten eingemalten Linie, die kaum ohne Knick von Berlin an die Adria geht, und will es auch bleiben. Den Pass brauche ich aber nicht, denn sosehr ich auch Ausschau halte, es ist keine einzige Wolke zu sehen.

 

Nötsch im Gailtal …. Infos und Erlebnisse kurz………………………………

 

Ich sitze bequem, der Motor schnurrt, die Sonne scheint, 190 km/h über Grund und gegenüber der Luft, keine einzige Turbolenzen, die Jülicher Alpen und die Karawanken mit einer wieder ganz anderen Charakteristik sind zu sehen und rücken langsam näher. Ich gieße mir aus meiner Thermos-Kanne einen  Kaffee ein und genieße bei dieser Tasse den scheinbar unendlichen und friedlichen Blick über die Berge. Ich hatte inzwischen schon zu Ljubljana Information gewechselt, wo mich eine freundliche und gut zu verstehende Stimme ansprach.

Die zackigen schroffen Berge der Slowenischen Alpen waren nun auch schon da. Hier darf ich nicht höher als 7.500 ft, weil ein Luftraum D anfängt, jedoch viele Berge sind über 8.000 ft.

„..GX, expect no radio contact between mountains” meldete ich noch. Und so war es dann auch, ich hatte völlig meine Ruhe.

Diese steilen andersartigen Berge mit ihren tief eingeschnittenen Tälern machten einen nicht so freundlichen Eindruck, wie die österreichischen Alpen, sie wirkten sehr respekteinflößend.

Vielleicht lag es auch daran, dass sie sehr dicht waren. Der Triglav, der mit 9.397 ft höchste Berg Slowieniens, zog majestätisch an mir vorbei, wenn auch viel weiter oben. Ich bedanke mich leise bei den Bergen, weil sie mich durchgelassen, und weil sie sich alle unverhüllt in ihrer ganzen Pracht zeigen. Ich sah es als ein Geschenk für mich an, einfach so.

Nach einer Stunde schrumpften die Berge merklich. Ende der Alpen. Nur noch Wald bedeckte flache Gipfel waren zu sehen, viele davon sahen aus, wie gelbe und rote Laubhaufen – wie schön ist auch hier der Herbst! Ich reduziert die Flughöhe um mehrere Tausend Fuss, denn Postjona war schon in Sicht. Slowenien Information schloss den Flugplan und ich verließ die Frequenz. Auf der Platz Frequenz hörte ich aber nur eine leise Stimme auf Slowenisch, mehr nicht. Ich verstand eine Zahl mit „two“ auf Englisch – war es der Wind oder die Piste? Ich gab alle meine Meldungen mehrfach und deutlich auf Englisch ab, und beobachtete die Gegend genau, schließlich hatte ich mich vorher erkundigt, dass ich hier landen kann.  Im Gegenanflug zur Piste 02 merkte ich auch, dass ich „richtig“ war, denn ich hatte eine äußerst hohe Groundspeed – viel mehr, als auf dem Fahrtenmesser stand.  Auch ging es nun auf und ab, es wackelte ordentlich, je tiefer ich sinkt! „Wieso das denn“, denke ich, bis eben war es doch so gut wie windstill und ruhig.. Gut, denke ich, grade hinsetzen, durchatmen, jetzt wird ein wenig „gearbeitet“. Im Endanflug 02 war der Wind böhenweise sehr zu merken, er kam aber direkt von vorne, mal flog die Remos schneller, mal langsamer an. Es war fast das Gefühl, als wenn jemand das Flugzeug hinten mit einem langen Gummiseil plötzlich einfängt und festhält und dann wieder loslässt. Ein komisches Gefühl, mit nur ganz wenig Fahrt aufzusetzen, als wenn man nebenher laufen könnte. Natürlich Hand am Gashebel, wenn der Wind ablässt. Etwa über eine Stunde nur dauerte dieser Flug. Ich rollte kurz zum Startpunkt vor und stieg aus. Es war kalt und recht windig. Es war nur ein Mann hier, die auch schon angelaufen kam: „Nix Fliegen heute, Bora!“ Der Bora ist ein kalter und oftmals kräftiger Wind aus Nord bis Ost, der von den Bergen in die Täler bläst. Davon wurde in den Wetterberichten nichts erwähnt, weil der Wind mal kommt und mal auch nicht. In machen Tälern mit höheren Bergen kann der Wind sich als böhiger zerrissener Fallwind ausbilden, was zumindest eine Landung für ein UL nicht mehr möglich macht.

Der Flugplatz Postojna hat eine Gaststätte direkt an der Piste mit einer Terrasse. Als Gast kann man hier schön draußen sitzen, vor allem Gute Pizzas essen und sieht die startenden und landenden Flieger wie zum Anfassen.

Ich nehme mir noch die Zeit für einen Orangensaft in dieser Gaststätte. Für Pizza habe ich keine Ruhe, denn ich habe jetzt noch was vor: Das letzte kurze Stück.

Knapp eine halbe Stunde später gebe ich Gas, alles nach eigenem Ermessen. Ich brauchte nicht mal eine Landegebühr zu bezahlen. Abheben, gegen den garstigen Wind kurz Richtung Norden, 500 ft, dann 180 Grad Kurve nach links in den Süd-Westen. Der Bora-Wind drückt das Flugzeug schon beim Beginn des Abdrehens nach Süden, als wenn man kurzzeitig quer fliegt. Ich schalte gleich Portoroz Tower ein, um schon mal zuzuhören. Oh, da wird sehr schnell gesprochen, und vor allem viel! Hinzu kommt, dass nun die Sonne von vorn sehr blendet – ganz normal, die Sonne steht irgendwann ja mal tief. Ich hätte mir meine Sonnenbrille bereit legen sollen, aber jetzt ist sie natürlich nicht zu finden. „Ich hätte in diesem Wohnzimmer mal aufräumen sollen“, decke ich. Auf der Frequenz wird nur gesprochen, ich komme nicht zu Wort. Am Samstag nachmittag wollen bei dem Wetter natürlich viele ans Mittelmeer zu Fisch essen, dem entsprechend auch schnell und zackig die Abfertigung der vielen Flugzeuge im Funk, nur die Hälfte konnte ich verstehen. Ich hatte das Gefühl, dass es ein Sport ist, hier einen ganzen Satz bzw. eine Meldung in eine einzige Sekunde zu packen. Und die Sonne blendet noch mehr, der erste Pflichtmeldepunkt war nicht mehr weit. „Vielleicht doch ein Mietwagen ab Postojna?“ dachte ich kurz.

Nein, da ist nun eine kurze Funkpause, den Finger habe ich schon einige Zeit am Knopf, jetzt sage ich meinen Spruch auf. Ich sage auch: „…eine Remos GX from Berlin, now VFR from LJPO….“. Damit sollen die sehen, ich habe mir einen weiten Weg gemacht; eine Ablehnung könnte vielleicht schwerer fallen….

Aber alles halb so schlimm, ich krigen einen Transpondercode, ich sollte die Meldepunkt abfliegen, auf 1000 ft sinken und dann „airfield in sight“ melden. Inzwischen habe ich mir die zu hause auf A3 ausgedrucken Sichtanflugkarten oben in die Frontscheibe geklebt, mit Thesa. Das war ein hervorragender Sonnenschutz und ich hatte gleichzeitig „das Programm“ direkt vor mir. Es heißt übrigens hier „Portoroz Approach“, und nicht „Portoroz Tower“.  „…you are number two, next report right base runway 33”, höre ich jetzt aus meinem Heatseet. Das bedeutet “Kroatien”. Denn beim Eindrehen in den Endanflug der 33 befindet man sich kurz über Kroatien. Der Flugplatz liegt direkt an der Grenze am Meer. So bin ich immerhin dieses Jahr auch in Kroatien gewesen. Ein „Follow Me“ in Form eines Mopeds bringt mich zu meinem Abstellplatz. Viele Flugzeuge hier, aus Österreich, aus Italien, aus der Schweiz, sogar ein kleiner Jet. Und nur ein UL, das kam von weitesten her, nämlich ich. Motor aus, ein Erbitten des Verlassens der Frequenz schien nicht gewollt, Tür auf und da waren über 20 Grad. Die warme Sonne schien mir ins Gesicht. Es war 17 Uhr Ortszeit. „Geht doch alles“, dachte ich so zu mir. Viele Piloten fliegen weiter, sogar um die ganze Welt, doch ich jedenfalls war für mich stolz.

 

Flugplatz Infos Portoroz

Kennung: LJPZ

Piste: 970m Asphalt, Ausrichtung 33-15

Luftraum: Kontrollzone, ganzer „Landeszipfel“ ab 1000 Fuss AGL Luftraum C, es besteht daher die Wahrscheinlichkeit, als UL abgewiesen zu werden.

Frequenz: Portoroz Approach 124,875

Lage: 4km südöstlich Portoroz

Höhe: 7 Fuss

Sonstiges: ans Anflugverfahren halten, Meldepunkte einhalten, Wochenende viel Betrieb, Abstellfläche ist oft auf Grass

Gastronomie: Bistro im Gebäude

Service: kümmern sich um Hotel, Mietwagen möglich, Flugplan, Vorbereitungsraum

 

Ich wurde sehr freundlich empfangen. „You are willcome“. Ein Satz, der hier oft zu hören ist. Mit einem offenen Mobil wurden die angekommenen Piloten „eingesammelt“ und zu dem kleinen Terminal gefahren.

In Kürze stand der Mietwagen bereit, nur 5 km die Küste weiter liegt Portoroz und das herrliche und bekannte Städtchen Piran.

Jetzt sitze ich an der Adria bei untergehender Sonne auf der Terrasse einer Gaststätte. Vor mir eine frisch gebratener Fisch und ein fabelhafter Weißwein.

Es wird Abend, die Sonne verkippt ihr flüssiges Licht über das ganze Meer.

Nach dem Essen werde ich auf meiner Hotelsuche schnell fündig. Das „Bernardin“ ist sehr zu empfehlen. Es liegt zwischen Portoroz und Piran. Ich habe ein Appartment mit zwei Zimmern, Flur, 2 Bädern und kleiner Terrasse direkt am Meer – dieser Teil des Hotels steht unmittelbar am Wasser. Herrlich. Der Hof ist als Jachthafen ausgebaut. Alt und neu sind hier architektonisch nett miteinander kombiniert.

Um 22 Uhr betrete ich den Balkon, schaue auf das Meer, wo im selben Moment ein Feuerwerk beginnt. Bestimmt mit einem Anlass. Ich nahm es aber persönlich, als Begrüßung sozusagen an.

Sonntag, 10.Oktober 2010

Das Wetter ist 1a hervorgesagt, ich trage es außerdem immer in Form meines Notebooks mit mir herum. Direkt am Hotel gibt es schöne Steinstrände, dass Wasser ist kristallklar, keine Sandpartikel trüben das Wasser.

Nun bin ich hier, wie am Anfang der Geschichte beschrieben. (siehe oben)

Nach einem 20 Grad warmen Bad in der Adria sonne ich mich. Ich habe viel Platz für mich alleine. Die Sonne scheint, 24 Grad, keine Wolken, also so richtig mal 0/8. Natürlich steht ein Glas Rotwein neben mir. Es gibt hier gute Rotweine. Slowenien exportiert keinen Wein, die behalten die Weine für sich. Daher gehören auch einige Flaschen auf dem Rückflug zur „Fracht“. 

Ich genieße den ganzen Tag so. Nur die Sonne, das Meer und ich.

Montag, 11.Oktober 2010

Auch diesen Tag genieße ich so wie den vorherigen. Sonne, Baden, Fisch, Wein. Allerdings gehört auch etwas Kultur dazu: Ich sehe mir Portoroz und Piran an.

Schon der Gang vom Hotel zum Fischessen geht durch die herrliche Altstadt von Piran. Mehrere hundert Jahre alte Bausubstanz in Form von kleinen gemütlichen Häusern reihen sich die Uferpromenade lang. Die Stadt liegt auf einem Zipfel Land, umgeben von Wasser, an einem Hügel. Die Kirche steht auf dem Hügel und prägt das Ortsbild an vielen Stellen. Der idyllische Hafen ist in direkter Nähe des zentralen Platzes. Hier gibt es viele kleine Geschäfte, Bars und Gaststätten.

Das Städtchen erinnert mit seinem Charme etwas an Venedig, mit seinen vielen engen Gassen.

Über dass Meer am Horizont sind die Alpen zu sehen, die über 100km weit weg sind. Für morgen, dem Rückflugtag, wird schönes Wetter versprochen.

Portoroz ist eher die Stadt der größeren Hotels an der Promenade, sie liegt etwas geschützter in einer Bucht, hat auch einen Hafen und ist viel größer als Piran. An der Promenade gleicht der Ort einem typischen Urlaubsort, wie er auch bei anderen Reisezielen anzutreffen ist: Hohe und schmucke Hotels, davor große Allee-Straße mit Geschäften, davor Promenade zu bummeln und davor der Strand.

Der zweite volle Aufenthaltstag geht zu Ende.

Zum Abendessen gibt’s höchstens ein Glas Wein. Die Flugkarten kommen noch mal „unter das Kopfkissen“, noch mal Wetter kucken und alles zurrecht legen.

 

Portoroz Infos Hotels: wenig Essen; gut Einkaufen: etwas

 

Piran  Infos nicht mit dem Auto zu befahren

 

Dienstag, 12.Oktober 2010

Die Sonne weckt mich ein letztes Mal. Warum bin ich nur 2 volle Tage hier??

Das Wetter sagt jetzt Nebel in den Alpen an. Ich telefoniere mit dem Zwischenlandeplatz Mauterndorf und mit dem Heimatflugplatz.

Plötzlich hat man nicht mehr so viel Zeit wie gestern:

Am Zwischenlandeplatz ist noch Nebel und am Heimatflugplatz ist bald Nebel, so heißt es. Das Frühstück schmeckt zwar, aber wenn man los will, ist es doch ein anderes Frühstück als am Vortag.

Angekommen am „Aerodrom Portoroz“ möchte ich über mein Notebook den Flugplan aufgeben, doch das geht nicht. Ich komme mit dem Gerät plötzlich nicht ins Internet! „Verbindungsprobleme“ „klicken Sie auf Diagnose Verbindungsprobleme“. Na, danke, jetzt nicht“. Aber das Personal am Flughafen war sehr freundlich sie halfen mir beim schriftlichen Ausfüllen eines Flugplanes, welcher dann per Fax abgeschickt wurde. Die Remos habe ich beladen, es konnte losgehen. „Boarding compete“. In Mauterndorf hat sich der Nebel aufgelöst. Nun aber los, jedoch alles in Ruhe! Ich habe eine Stunde vergeudet.

11 Uhr Ortszeit.

Ich lasse an, rolle zur Piste und der Flugplan wird für mich geöffnet. Ich habe noch keine Betriebstemperatur und auch noch keinen Rollhalt gemeldet, da kam schon: „…clear for backtrack runway 33, wind 270, 7“notts“, clear for take-off.“ Man, welch Hektik.. wusste er, dass ich es eilig hatte? Nach dem Backtrack beim Umdrehen am Startpunkt hatte ich genau die 50 Grad, die anderen Checks gab’s heute zuvor beim Rollen. Genau beim Abheben fällt mir ein, dass ich meine Lederjacke und meinen Pullover im Terminal vergessen hatte. Meinen Einzigen Pullover, den ich dabei hatte. So sehr hatte ich mich an das warme Klima gewöhnt. Egal jetzt, ich werde deswegen nicht wieder landen. Das wäre ja echt peinlich! „..cimb to 3000ft and leave via PE2“ Dann kann ich nicht widersprechen. Gesagt getan. „Meine schöne Jacke“ denke ich trotzdem so bei mir. 3000ft erreicht, ca. 10 Meilen südöstlich Trieste. Auf einmal fängt es an, unerwartet umheimlich „bockig“ zu werden. Vielleicht sind die mittelgroßen Berge unter mir Schuld? Es fühlt sich an, wie Hammerschläge mit einem Riesengummihammer – mit interessanten kurzen knuffigen „Luftlöchern“ dazwischen. Was lose rumlag, liegt jetzt woanders. Im selben Moment meldet sich der vom Tower und sagt mir, dass ich jetzt Ljubljana auf 118.475 kontaktieren soll. Beim Gegensprechen verschlucke ich die Zahlen, weil es doch solche kräftigen Turbolenzen waren – zumindest für ein UL.

„…GX, contact 1…1…8…decimal…4…7…5…!“ kam dann ungeduldig, deutlich und etwas lauter zurück. Als wenn ich schwer von Begriff bin! Die Frequenz stand auf meinem Kniebrett und war schon „vorgerastet“. Mir hatte es doch nur die Sprache verschlagen. (Später stellte der Eigentümer fest, dass es über 3 G gewesen sind.) Bei 5.000 fuss wurde es dann wieder sehr ruhig, wie auf dem Hinflug. Vielleicht war es wieder der Bora gewesen. Ich räumte etwas auf, was ich so mit der Hand erreichen konnte.

Wieder wurde ich mit hervorragenden Ausblicken belohnt: Die ganzen Berge, wie auf dem Hinflug vor 4 Tagen, jedoch nur dieses Mal von der Südseite zu betrachten. Keine Sonne von vorn, sondern im Rücken. Also die meisten Fotos nun noch mal machen. Kann ja später aussortieren. Wieder ein wunderschöner Anblick. Östlich nach Ljubljana hin, hinter dem nächsten Tal ist eine völlig geschlossene Wolkendecke, während in diesem Tal keine einzige Wolke ist. Es waren aber keine Wolken vorhergesagt. Naja, wieder mal anderes. Ein Pilot aus den Alpen sagte mal zu mir: „Nicht Wetter kucken am Bildschirm zu hause, sondern vom Pilotensitz aus nach draußen.“

Nach einer Stunde und 20 Minuten lande ich auf dem Platz Mauterndorf. Der freundliche Flugplatzbetreiber erwartete mich schon. Er ist extra wegen mir zum Platz gekommen, er wohnt direkt in der Nähe. Wieder wird vollgetankt. Ein Anruf noch beim Flugplatz Portoroz wegen meiner Jacke und Pullover. Es war doch recht frisch hier. Die freundliche Dame am Platz sagte mir, dass sie mir die Sachen schicken werden. Wie nett, ich freute mich richtig! Ich versprach, 20 Euro für Porto zu schicken. Ich gebe einen Flugplan am Computer des Platzes auf, denn mein Notebook will immer noch nicht. Man sollte sich auf solche Technik nie verlassen. Ein Flugplan deswegen, weil ich wieder direkt durch Tschechien fliegen möchte, diesmal allerdings ohne viel herum zu funken. Ich legte das verfluchte Notebook nach ganz hinten in den Flieger, weil es immer noch nicht geht. Also telefonisch Wetterinfos holen. Ein Anruf am Heimatplatz: Platz ist frei von Nebel. Ein Anruf bei einem Bekannten bei Berlin: Nebel.

Nein. Das wird jetzt geflogen, sagte ich zu mir. Ganz Bayern und Österreich sind z.B. unter blauem Himmel, also los jetzt. Es ist doch ein Traumwetter hier in den Alpen. Aber die Tage werden kürzer.

Eine halbe Stunde später bin ich auch schon wieder in der Luft, Startrichtung Osten, dann drehe ich nach links auf Nordkurs und steige dabei weiter. Ich möchte den völlig wolkenlosen Hauptkamm überqueren. Obwohl ich steige und steige und schon 7.000 Fuss habe, werden die Berge vor mir immer größer – sie wachsen scheinbar immer mehr! Das wird so nichts, denke ich bei mir und drehe wieder ab. Ich steige noch weiter in einem großen Kreis, erst jetzt kann ich über den ersten Pass wegschauen, die Salzburger Alpen und weitere Fernblicke werden sichtbar. Wieder einmal verschätzt, was die Höhe der Berge angeht. Leicht erschreckend und beeindruckend zugleich. Wie klein bin ich doch hier. Und so richtig „oben“ ist man nie – immer sind viele Berge höher. Ich fliege wieder wie Samstag am Traunstein vorbei, diesmal das rechte Fenster, der See und das Tal sind in Nebel gehüllt. Einige andere Täler an der Nordseite der Alpen sind ebenfalls malerisch eingenebelt. Das Blau des Himmels und das Grün der Landschaft überwiegen aber in beruhigender Art und Weise. Wieder 0 km/h Wind. Die Tschechei ist ohne jede Wolke, auch Nebel ist keiner zu sehen.

Der Tag ist aber nicht mehr jung, es ist Herbst und die Luft ist völlig ruhig. Ich rechnete mit Nebel in Deutschland. Meine Erwartung sollte nicht enttäuscht werden: Noch über Tschechien sah ich in Flugrichtung nicht mehr den üblichen gewünschten dunklen Horizont. Meine Flughöhe beträgt jetzt 5.500 Fuss, jetzt ist zu erkennen, dass ab Kamm Erzgebirge und Elbsandsteingebirge Deutschland im Nebel ist. Ich überlege, eine Landung hier in Tschechien zu machen. Ich sehe genug Plätze, alle mit schönem Wetter. Es ist jetzt bald 15 Uhr, in 2 Stunden wird es langsam dunkel.

Erst einmal fliege ich weiter, ich höre bei Bremen Information rein. Nichts. Nur Stille. Dann höre ich plötzlich Funkverkehr. VFR Flugbetrieb am Flugplatz Schönhagen und auch südlich von Berlin. Ich höre, dass die Sonne dort scheint.

Ich schaue mir die Sache weiter an.

Es sah aus, als wenn jemand die Fläche der ehemaligen DDR weitläufig mit weißer Masse zugespachtelt hätte, und den Spachtel am Erzgebirgskamm sauber abgestrichen hätte. Bis zum Horizont alles weiß. Während ich nach Deutschland einfliege, schaue ich mir an, wie schön das alles von oben aussieht: In drei Himmelsrichtungen ein weißer Perserteppich, nur wenn ich nach hinten schaue, sehe ich Boden. Richtig Lust zum Fotografieren habe ich aber nicht. Ich beschließe, noch weiter zu fliegen. Ich weiß, wo ich bin, habe 2 GPS-Flymap-Geräte laufen, sitze in einem zuverlässigen Flugzeug, bin 5.500 Fuss hoch und die Hochnebelobergrenze ist schätzungsweise bei 2.500 Fuss. Ich frage bei München Radar, ob ich durch den Luftraum D über Dresden durch darf und sie lassen mich. So fliege ich immer noch auf direkter Linie Startplatz – Landeplatz. Die landenden Condor-Flieger kann ich jetzt von oben aus sehen, da sie sich mit ihren Bemalungen gut vom hellen Weiß abhoben. Ich könnte immer noch umkehren. Einen Moment ist in jede Himmelsrichtung überall der weiße Teppich bis zum Horizont zu erkennen. Schön aber auch unheimlich. Man schaut jetzt mehr auf die ganzen Geräte und Anzeigen, denn unten gibt es nix zu sehen. Kurze Zeit später wird in Flugrichtung zumindest teilweise der Horizont wieder dunkel. „Na also!“ dachte ich so zu mir, und ich wollte in Tschechien übernachten… Die Stellen ohne Nebel kamen näher. Ca. 60km weiter konnte ich wieder Boden sehen. Zumindest hier konnte die Schicht sogar unterflogen werden, die Untergrenze lag bei etwa 800 bis 1000 Fuss. Bei 4/8 Bedeckungsgrad, sehr guter Fernsicht und einen vorhanden Ostwind blieb ich aber „darüber“. Ich freute mich, die vertraute nette Stimme vom Turm des Heimatflugplatzes Strausberg bei Berlin wieder zu hören.

Um 16:11 Uhr Ortszeit setze ich in EDAY bei leichtem Wind, blauen Himmel und 5 Grad plus auf, womit meine persönliche „Urlaubs-Mission“ zu Ende ging. Nur 4 Stunden und 48 Minuten Flugzeit von der Adria nach Berlin, ganz alleine in einem UL, welches mich niemals im Stich gelassen hat. Mit ca. 1000km Oneway war das mein weitester Ausflug und wegen der Besonderheit mein schönster Ausflug / Urlaub in meinem bisherigen Leben.

 

5 Tage später kam ein Paket aus Slowenien. Darin waren meine Jacke und mein Pullover und ein Schlüsselanhänger von „Aerodrom Portoroz“.